Unsere Geschichte

Das Familienunternehmen besteht seit über hundert Jahren. Über vier Generationen und zwei Weltkriege erstreckt sich die Geschichte der heutigen Bäckerei & Konditorei Reinmuth. Viele Höhen und Tiefen haben uns auf diesem Weg begleitet. Doch lesen sie selbst.

01.03.1898 Firmengründung durch Karl Reinmuth und seine Frau Anna in Mühlburg, Rheinstr. 53

Meisterbrief ist leider nicht mehr vorhanden. Es existiert noch eine Urkunde über die „Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen“, ausgestellt am 23.Juli 1909

Die Gründerjahre waren für Karl und Anna Reinmuth nicht einfach. Sie waren beide aus Neunkirchen im Odenwald und wurden in Mühlburg zu Anfang mit Mißtrauen umgangen und mußten sich durchsetzen.

Nachdem Brot, Weckle und Schneckennudeln aus dem Ofen waren, setzte sich Karl auf sein Fahrrad und ist mit der „Krätz“ auf dem Buckel an den Rhein gefahren zu den Schiffern. Dort verkaufte er seine Backwaren, denn von 2 Mark Tageseinnahme konnten sie nicht bestehen.

1902 Im Jahr 1902 wurde der Rheinhafen eingeweiht und nun florierte das Geschäft!

Die erste, noch erhaltene Aufzeichnung des Geschäftstagebuches beginnt im Januar 1903: Tageseinnahme 62 Reichsmark.

1910 Etwa um 1910 waren schon 6 Bäcker und Konditoren beschäftigt.

In den schwierigen Zeiten des 1. und 2. Weltkrieges konnte der Backbetrieb nur unter großen Mühen aufrecht erhalten werden.

1923 Im Inflationsjahr 1923 gab der damalige Oberbürgermeister die Erhöhung der „Preise für Markenbrot“ bekannt: „Nachdem die Reichsgetreidestelle die Mehlpreise auf das nahezu 30fache des bisherigen Betrages erhöht hat und die sonstigen Betriebskosten gleichfalls gestiegen sind, treten ab 3. Sept. 23 folgende Preise in Kraft:

ein 1500 Gramm-Brot M 320000,--

ein 750 Gramm-Brot M 160000,--„

01.10.1927 Umzug in die damalige Schnetzlerstraße 22, heute Welfenstr. 8
01.01.1937 Übernahme durch den Sohn Heinrich Reinmuth und seine Frau Hilde

Meisterprüfung im Bäckerhandwerk am 19.05.37

1941 Ab Oktober 1941 gab es keinen Zwieback mehr, die beliebten Dambedei wurden nur noch für den ev. und kath. Kindergarten auf Bestellung gebacken. Köstlichkeiten, wie Kekse, Torten und Kuchen durften nicht mehr hergestellt werden. Die Margarine wurde rationiert, ebenso das für Berliner benötigte Biskin.
1944 Tagebuch-Eintrag von Heinrich Reinmuth im Jahr 1944: „Dreikönigskuchen wurden keine gebacken. - Die Pfannkuchen mußten wieder ausfallen. - Nudeln fielen aus. Ebenso Biskuitlämmer. - Schokoladehasen und Zuckerhasen wurden von den Fabriken nicht hergestellt. - Auch die mürben gebackenen Hasen fielen aus.“

Während der Kriegsjahre wurde nur Kommißbrot gebacken. Das dazu benötigte Wasser mußte in Eimern vom Kolpingplatz geholt werden.

1957 Im Jahr 1957 wurde dann der erste heizölbetriebene Etagenbackofen der Firma Werner&Pfleiderer eingesetzt, er hatte eine Backfläche von 8 qm. Die Teigmaschinen, Ausrollmaschine, Rührmaschine usw. nach und nach durch moderne Geräte ausgetauscht, bzw. neu angeschafft.
1967 Im Jahr 1967 wurde der Laden grundlegend modernisiert - es ging aufwärts und der damit verbundene Umsatzzuwachs wurde in der 80 qm kleinen Backstube nur noch ungenügend bewältigt.
1971 Am 03.11. 1971 verstarb dann leider viel zu früh unser lieber Vater Heinrich Reinmuth.
1972 Im Sommer 1972 wurde der erste Etagenbackofen von 1957 durch 2 neue „Monsun“ der Firma Debag ersetzt mit insgesamt 12 qm Backfläche.

 

Der erste Hochleistungsfroster der Firma KOMA wurde auf Grund der sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Produktionsfläche im Hof aufgestellt. Eine große Gewerbespülmaschine fand gerade noch Platz. Eine Blechpuzmaschine kam hinzu. Dann

wurde der Hof im Haus Welfenstraße überdacht.

01.01.1973 Übernahme durch den Sohn Friedrich Reinmuth und seine Frau Hildegard

Meisterprüfung im Konditorenhandwerk am 07.07.72

Meisterprüfung im Bäckerhandwerk am 19.05.76

1981 Im Jahr 1981 wurde der Laden nochmals den neuesten Erfordernissen angepaßt und erneut folgte eine nicht unbeträchtliche Umsatzsteigerung.
1983 Im Jahr 1983 erfolgte eine weitere gravierende Rationalisierungsmaßnahme durch den Einbau von 3 Mehlsilokammern mit einem Gesamtfassungsvermögen von 8 t.
1986 Im Januar 1986 kam die zweite Verkaufsstelle Am Entenfang 2 hinzu, und zwar am alten Standort des Firmengründers Karl Reinmuth in Karlsruhe-Mühlburg.

Dieser Laden wurde dann gemeinsam mit Müller&Veith zum „Frischshop 102“ umgebaut und am 17.09.87 wiedereröffnet.

Im selben Jahr 86 wurde Friedrich Reinmuth vor die sehr schwere Entscheidung gestellt, den eigenen Standort Welfenstr. 8 zugunsten des jetzt bestehenden Standortes Karlstr. 130 aufzugeben.

Der „Frischshop 130“ wurde dann am 17.07.86 gemeinsam mit Müller&Veith als Partner eröffnet.

1987 Der Traum von Friedrich Reinmuth ging dann 1987 mit der Auslagerung der Produktion nach Bulach, Im Mittelfeld 3, in Erfüllung. Dort werden in einer modernen, 600 qm großen Halle all die leckeren Backwaren hergestellt, die heute von unserer Kundschaft gerne gekauft werden.

Die Backfläche wurde entsprechend den gestiegenen Anforderungen von 12 auf insgesamt 31 qm erhöht. Ein geräumiges Tiefkühlhaus und Kühlhaus wurde gebaut.

1992 1992 kam eine große Brötchenanlage hinzu, um rationell und dennoch handwerkliche Qualität produzieren zu können.
01.09.1993 Stefan Reinmuth beginnt seine Bäckerlehre
1995 1995 erfolgte der Austausch der bereits seit 1973 in Betrieb befindlichen Brotaufbereitungsanlage.

Im August 1995 folgte die Eröffnung des Snack Cafe beim Bahr Baumarkt.

Mit diesem Standort ging man im Hause Reinmuth ganz neue Wege, fast schon in Richtung Gastronomie. Es werden hauptsächlich kleine Gerichte, Snacks und verschiedene kalte und warme Getränke angeboten.

Spezialität ist das Altbadische Landbrot, ein besonders herzhaftes Roggenmischbrot im 4-kg-Laib, ganz ohne Backmittel mit hauseigenem Sauerteig gebacken.

Großer Renner sind zur Zeit die Spitzweck, welche halbgebacken an die Filialen geliefert und vor Ort fertiggebacken werden.

Besonders stolz ist Firmeninhaber Friedrich Reinmuth auf das alte, vom Vater übernommene Hausrezept des „Kölner Vollkornbrotes“, das sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.

18.07.1998 Stefan Reinmuth besteht die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk